Die Europäische Chemikalienagentur hebt hervor, dass seit 2021 gut 45.000 bestehende REACH-Dossiers dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik angepasst wurden.
(os) Der vor Kurzem veröffentlichte vierte Fünfjahresbericht (Report on the operation of REACH and CLP 2026) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) über die Umsetzung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) und der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP) verdeutlicht, dass die beiden Rechtsvorschriften weiterhin eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der Chemikaliensicherheit in der EU spielen.
REACH regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der EU und zielt darauf ab, den Schutz der Gesundheit und der Umwelt vor chemischen Risiken zu verbessern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie zu stärken. Durch die CLP-Verordnung wird sichergestellt, dass chemische Gefahren durch die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien klar an Arbeitnehmer und Verbraucher in der EU kommuniziert werden.
Der auf Daten aus den Jahren 2021 bis 2025 basierende Bericht bestätigt, dass die sorgfältige Umsetzung von REACH und CLP nachweislich dazu beiträgt, die im Rahmen der Vorschriften angestrebten Ziele – der Schutz von Personen und Umwelt sowie die Förderung von Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit in der EU – zu erreichen.
Während sich frühere Berichte mehr auf die REACH-Registrierungsfristen konzentrierten, wird im aktuellen Berichtszeitraum eine Verlagerung hin zur systematischen Überprüfung – das Screening und die Priorisierung von Substanzen, die Erhebung gezielter Daten sowie die Anwendung strukturierter Risikomanagementmaßnahmen – von bereits in der Datenbank erfassten Substanzen deutlich. So gibt der Bericht an, dass von 2021 bis 2025 neben den insgesamt 18.911 Erstregistrierungen noch 45.189 Dossieraktualisierungen eingereicht wurden. Damit seien in diesem Zeitraum insgesamt 46 Prozent aller aktiven Registrierungen eingereicht bzw. auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse aktualisiert worden.
Diese umfangreiche Datengrundlage helfe dabei, Substanzen, die regulatorische Maßnahmen erfordern, rascher zu identifizieren und in den Vorschriften zu berücksichtigen, was zu einer weiteren Verringerung der Emissionen sowie zu einer geringeren Exposition von Verbrauchern und Arbeitnehmern beitrage.
Der Bericht identifiziert zudem aktuelle Herausforderungen bei der wirksamen Umsetzung der Gesetzgebung. Zu diesen zählten die nach wie vor oftmals noch mangelhafte Verfügbarkeit und Qualität von Daten sowie das Fehlen zeitnaher Aktualisierungen von Registrierungen, die für eine effektive Evaluierung, Risikobewertung und das Chemikalienmanagement erforderlich sind. Auch die erhöhte Arbeitsbelastung der wissenschaftlichen ECHA-Ausschüsse RAC (Committee for Risk Assessment) und SEAC (Committee for Socio-Economic Analysis) wird diesbezüglich hervorgehoben.
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