ChemVerbotsV soll geändert werden
Mit einer Ablöseverordnung sollen die nationalen Vorschriften über das Inverkehrbringen und die Abgabe von Chemikalien neu geregelt werden.
(mih) Auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat das Kabinett am 28. September 2016 die Verordnung zur Neuregelung nationaler Vorschriften über das Inverkehrbringen und die Abgabe von Chemikalien beschlossen. Damit soll ein weiterer Schritt erfolgen, um die nationale Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) neu zu fassen. Angesichts des erheblichen Überarbeitungsbedarfs wurde die Form der Ablöseverordnung gewählt. Die Verordnung wird nun dem Bundesrat zugeleitet.
Die Novellierung berücksichtigt insbesondere folgende Entwicklungen und Sachverhalte:
- Aufgrund der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) sind viele der Verbotsregelungen in Anh. 1 ChemVerbotsV hinfällig geworden; der Anh. 1 wurde auf den national noch fortbestehenden Regelungsbedarf reduziert.
- Aufgrund der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) ist es erforderlich, die Kennzeichnungsregelungen, an welche die Abgabevorschriften anknüpfen, zu ändern. Wegen der großen Unterschiede im alten und neuen Kennzeichnungssystem ist es notwendig, den Anwendungsbereich praxisgerecht zu ändern.
- Die problematische Komplexität der bisherigen Regelungen mit Ausnahmen und Rückausnahmen, bedingt durch zahlreiche Änderungen seit 1993, soll nach intensiver Abstimmung mit den Ländervollzugsbehörden und betroffenen Verbänden durch eine transparente und anwenderfreundliche Struktur abgelöst werden.
- Aufgrund der Verordnung (EU) Nr. 98/2013 über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe, für die bisher noch keine nationale Durchführungsrechtsetzung existiert, war über die bisherigen Regelungen zu neun Sprengstoffgrundstoffen zu entscheiden.

