Batteriebrände: BDE fordert entschiedenes Handeln
Laut einer Studie zu Bränden in Entsorgungsanlagen hat sich die Zahl der gemeldeten Brände zwischen 2021 und 2025 nahezu verdreifacht.
(mk) In Deutschland kommt es laut Abfallverbänden nahezu täglich zu Bränden in Sammelfahrzeugen, Sortier- und Behandlungsanlagen, Wertstoffhöfen oder Abfalllagern. Der Anteil der Brandereignisse, die auf Lithium-Ionen-Batterien zurückgeführt werden, sei nach Verbändeerhebungen zwischen 2021 und 2025 von rund 63 auf 73 Prozent gestiegen.
Die Ergebnisse einer Verbändestudie zu batteriebezogenen Bränden in Entsorgungs- und Recyclinganlagen alarmieren: Die Zahl der gemeldeten Brände in 181 untersuchten Anlagen hat sich zwischen 2021 und 2025 von 729 auf 2.028 nahezu verdreifacht. Waren 2021 noch 36 Prozent der Anlagen von Bränden betroffen, stieg der Anteil 2025 auf 62 Prozent. Die geschätzten volkswirtschaftlichen Schäden batteriebezogener Brandereignisse liegen für den untersuchten Zeitraum bei 200 bis 320 Millionen Euro.
Auf eine Verbändeumfrage hätten 181 Anlagenbetreiber geantwortet, wie Dr.-Ing. Niklas Heller vom Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (INFA) bei der Vorstellung der Studie sagte. Insgesamt wurden mehr als 1.000 Mitgliedsanlagen, welche in den u.g. Verbänden organisiert sind, befragt. Es handele sich somit nicht um eine Zufallsstichprobe, weshalb keine belastbare Hochrechnung für Deutschland möglich sei.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Entsorgungsbranche Brandrisiken in den Entsorgungsanlagen senken könne, indem in Branderkennung, Löschtechnik und sichere Betriebsabläufe investiert wird. Doch dass falsch entsorgte Batterien in Entsorgungsanlagen ankommen, könnten die Anlagenbetreiber nicht verhindern. Der BDE fordert daher u.a., vermeidbare Wegwerfprodukte mit eingebauten Akkus vom Markt zu nehmen und ein Pfandsystem zu installieren, um mittels finanzieller Anreize die Rückgabe von Batterien attraktiver zu gestalten. Zudem sieht der Verband Hersteller, Handel und die öffentliche Hand in der Pflicht, über versteckte Batterien und die richtige Entsorgung zu informieren.
Die Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“ war von der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA), dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE), dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), der Circular Metal Association (CMA) und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Auftrag gegeben worden. Sie wurde vom INFA, umwelttechnik und ingenieure (u&i) sowie Prognos erarbeitet.

Hotspot-Ereignis: lokale Überhitzung, keine offene Flamme; Brände: offene Flamme, selbstständige Glut (Grafik: Aus der Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“, INFA/u&i/Prognos, 2026, Abb. 2.)

