Stationäre Löschanlagen mit hoher Wirksamkeit bei Entstehungsbränden

Der Bundesverband Technischer Brandschutz (bvfa) veröffentlichte seine Löschanlagenstatistik 2023.

(run) Einer Auswertung des Bundesverbands Technischer Brandschutz (bvfa) folgend stellen EDV-Anlagen und elektrische Schaltanlagen sowie Werkzeugmaschinen das höchste Brandrisiko dar. Metallverarbeitende Branchen seien dabei besonders von Bränden betroffen. In die veröffentlichten Zahlen seien laut Branchenverband 85 anonymisierte Berichte von Betreibern, Errichtern und Herstellern stationärer Löschanlagen eingeflossen. Sprinkleranlagen hätten, so der Verband, ein sehr selektives Löschverhalten. Bei rund 60 Prozent aller gemeldeten „Löscherfolge“ durch beschriebene Anlagen wurden diese mit ausschließlich einem oder zwei Sprinklern erzielt. Dies beweise die hohe Wirksamkeit bei Entstehungsbränden. Das Feuer werde früh eingedämmt, Personen würden wirksam geschützt sowie Sachschäden durch Feuer und Löschwasser minimiert.

In der Löschanlagenstatistik des bvfa melden Betreiber, Errichter und Hersteller von stationären Löschanlagen seit dem Jahr 2006 nachweislich durch stationäre Löschanlagen gelöschte Brände. Erfasst werden neben der Branche zudem das gelöschte Objekt und die Löschmethode. Die Löschanlagenstatistik beruht ausschließlich auf freiwilligen Meldungen und ist daher kein umfassendes Monitoring aller in Deutschland installierten Löschanlagen. Der lange Meldezeitraum und die Vielzahl der Daten lassen jedoch Rückschlüsse auf Risikoschwerpunkte und Löscherfolge zu.

Als Beweis, dass die Wirksamkeit stationärer Löschanlagen insgesamt hoch sei, führt der Verband bvfa an, dass bei 98 Prozent der Löschvorgänge die Anlagen automatisch auslösen und in 88 Prozent der Fälle während der Arbeitszeit. Gegenüber einer manuellen Auslösung könne im Brandfall entscheidend Zeit gespart werden. Während des laufenden Betriebs sei dies entscheidend für die rechtzeitige Flucht und Brandbekämpfung. Und außerhalb der Arbeitszeit seien stationäre Löschanlagen, mangels anwesenden Personals, die einzige Möglichkeit, die Feuerwehr zu alarmieren. Zugleich würden die Anlagen helfen, den Brand bis zum Eintreffen einzudämmen.

Die Brandrisiken je nach Objekt und Branche bleiben den bvfa-Löschstatistiken folgend unverändert. Objekte mit hohem Brandrisiko seien auf den ersten Plätzen EDV-Anlagen und elektrische Schaltanlagen (27 Prozent der gemeldeten Brände) sowie Werkzeugmaschinen (14 Prozent). Häufig betroffen waren die strom- und maschinenintensiven Branchen Metallverarbeitung (24 Prozent) und Automobilindustrie (19 Prozent). Dort kommen überwiegend Speziallöschanlagen zum Einsatz, im vergangenen Jahr vor allem CO2-Löschanlagen (64 Prozent) und Inertgas-Löschanlagen (30 Prozent). In EDV-Anlagen werden auch synthetische (chemische) Löschgase eingesetzt. Wasserlöschanlagen wurden in 25 Prozent der Fälle zur Brandbekämpfung eingesetzt. Sie werden auch im Handel eingesetzt, auf den 12 Prozent der im Jahr 2023 gemeldeten Löschereignisse entfielen.

Risiken bei Maschinen, EDV-Anlagen und elektrischen Schaltanlagen sind nachvollziehbar, im Fehlerfall entstehen hier sehr hohe Temperaturen. Hier nur ein paar Beispiele: Bei Lichtbögen durch fehlerhafte Isolierungen entstehen extreme Temperaturen. In Rechenzentren müssen zudem große Wärmemengen abgeführt werden. In Maschinen werden häufig brennbare Schmieröle und Kühlflüssigkeiten verwendet, die sich als Nebel in der Maschine verteilen. Bei der Metallbearbeitung können Werkzeugbruch, Fehlsteuerungen oder Trockenlauf der Werkzeuge zur Entzündung des Öl/Luft-Gemisches und damit zu einer Verpuffung mit Folgebrand führen.

Laut der 15-Jahres-Bilanz des Verbands zeigt sich die Wirksamkeit der Löschanlagen deutlich. Die Bilanz sagt aus, dass 80 Prozent der Löscherfolge durch Sprinkleranlagen von weniger als fünf Sprinklerköpfen gelöscht wurden – darunter 62 Prozent sogar ausschließlich mit ein bis zwei Sprinklern. Gerade in der Automobil- und Metallindustrie kommen Spezial-Löschanlagen zum Einsatz und hier würden diese auch am dringendsten benötigt: Mit 313 gemeldeten Vorfällen in der Metall- und 224 Vorfällen in der Automobilindustrie (die tatsächliche Anzahl der erfolgreichen Löschungen dürfte erheblich höher liegen) führen sie die 15-Jahres-Bilanz der Löscherfolgsstatistik für Spezial-Löschanlagen des bvfa an.

Diese Statistik soll laut Verband private Arbeitgeber und Behörden motivieren, noch mehr für die Sicherheit in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz zu tun. Für Handel und Industrie sei wirksamer Brandschutz existenzsichernd, da die Produktion nicht unterbrochen werden dürfe, um die Lieferfähigkeit nicht einzuschränken. Betriebsunterbrechungen, so der bvfa könnten zu eingeschränkter Wettbewerbsfähigkeit und weitergehend zu Insolvenzen führen.

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