In den kommenden drei Jahren sollen Straßen-, Schienen- und Wasserwege in einem multimodalen Verkehrsnetz zusammengeführt werden. Die Entwickler versprechen sich dadurch Vorteile für verkehrsträgerübergreifende Routenplanungen.
(mk) Geht es nach der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt), sollen Straßen-, Schienen- und Wasserwege mit dem Projekt Multimodales Verkehrsnetz Deutschland (MMVNet) in einem integrierten Netz zusammengeführt werden. Es soll eine öffentliche, deutschlandweite Datengrundlage geschaffen werden, um künftige Anwendungen wie verkehrsträgerübergreifende Routenplanungen und übersichtliche Informationsangebote zu vereinfachen.
Das Projekt MMVnet wird zusammen mit Toll Collect, Betreiber des Lkw-Maut-Systems, und geOps, Betreiber von Web-Applikationen auf Basis von Geo- und Echtzeitdaten, entwickelt und soll Anfang 2029 abgeschlossen sein. Mit 2,6 Mio. Euro wird es im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert.
Netzdaten, insbesondere von Umschlagpunkten wie Häfen, Terminals oder Bahnhöfen, liegen aktuell getrennt vor oder werden nicht vollständig erfasst. Mit dem MMVNet soll eine öffentliche Datenbasis für das Verkehrsnetz entstehen, ergänzt um Umschlagpunkte zwischen den Verkehrsmitteln. Über den nationalen Datenpunkt Mobilithek soll die gemeinsame Datengrundlage bereitgestellt werden. Verwaltungen, Infrastrukturbetreibern, Unternehmen und Akteuren aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft soll die Grundlage als verlässlicher Anlaufpunkt dienen.
Die Daten können mittels Kartendarstellungen und standardisierten Online-Zugängen möglichst niedrigschwellig genutzt werden. Zudem müssen Daten nicht aufwendig umgebaut werden, wodurch die Einbindung erleichtert werde. Für die Infrastrukturplanung für Straße, Schiene und Häfen entstehe ein gemeinsames Lagebild, auf dessen Grundlage sich Maßnahmen einfacher aufeinander abstimmen lassen.
Unter anderem mit anonymisierten Fahrspurinformationen schwerer Fahrzeuge sowie Fernerkundungsdaten soll die Qualität der Daten fortlaufend verbessert werden, mit dem Ziel, Abweichungen zu erkennen, Netze zu vervollständigen und Attribute zu präzisieren. Erste Demonstratoren sollen zudem eine Orientierungshilfe für befahrene Schwerlaststrecken bieten und ein einfaches multimodales Routing anzeigen.
Langfristig soll das MMVNet dazu beitragen, Verkehre einheitlich zu betrachten und den Wechsel zwischen Verkehrsträgern zu erleichtern. Die Projektentwickler hoffen, dass sich Kapazitäten besser nutzen lassen sowie Suchverkehre und Umwege reduziert und emissionsärmere Optionen sichtbar werden. Ein multimodales Verkehrsnetz unterstütze Lieferketten, erhöhe die Widerstandsfähigkeit bei Störungen und vereinfache den Datenaustausch zwischen nationalen und europäischen Stellen.
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