Mit der Auszeichung wird das andauernde Engagement der BAM-Fachbereichsleiterin bei der Fortentwicklung der Gefahrgutvorschriften für Verpackungen sowie bezüglich der Sicherheit von (Lithium-)Batterien und des Transports derselben gewürdigt.
(mih) Mit dem von der Gefahrgut-Fachzeitschrift „gefährliche ladung“ gestifteten und seit 1991 verliehenen Deutschen Gefahrgut-Preis wird in jedem Jahr eine Persönlichkeit aus der Gefahrgut-Branche ausgezeichnet, die sich in außergewöhnlichem Maße engagiert, um die Sicherheit im Gefahrguttransport zu erhöhen. In diesem Jahr wurde diese Ehre Dr. Anita Schmidt, Leiterin des Fachbereichs „Sicherheit von Gefahrgutverpackungen und Batterien“ der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), zuteil. Im Rahmen der 40. Internationalen Gefahrgut-Tage Hamburg – veranstaltet vom Verlag ecomed-Storck, Landsberg und Hamburg – durfte die promovierte Diplom-Chemikerin die prestigeträchtige Auszeichnung in Form der bekannten und hochwertigen Bronzeskulptur am 23. Februar 2026 nach der Laudatio von Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr (BMV), aus deren Händen entgegennehmen.
Eine unabhängige Fachjury, bestehend aus zwölf führenden Vertretern der gefahrgutrelevanten Verbände, Organisationen und Behörden, hatte Schmidt aus den eingesandten Vorschlägen ausgewählt, um ihr andauerndes Engagement bei der Fortentwicklung der Gefahrgutvorschriften für Verpackungen sowie bezüglich der Sicherheit von (Lithium-)Batterien und des Transports derselben zu würdigen.

Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr (BMV), Dr. Anita Schmidt, Leiterin des Fachbereichs „Sicherheit von Gefahrgutverpackungen und Batterien“ der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und ausgezeichnet mit dem Deutschen Gefahrgut-Preis 2026, sowie Dr. Michael Heß, Chefredakteur der Gefahrgut-Fachzeitschrift „gefährliche ladung“ (von links nach rechts) (Foto: ecomed-Storck/Hermann Jansen)
Was alle Preisträgerinnen und Preisträger seit 1991 eine, so Staatssekretärin Stutz, sei er Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, ihre besondere Innovationsfreude und die außergewöhnliche Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. Das gelte auch in herausragender Weise für Dr. Anita Schmidt.
Bedeutung von Batterien als wichtiges Zukunftsthema frühzeitig erkannt
Um die Bedeutung von Schmidts Leistungen würdigen zu können, so Stutz, lohne sich ein Blick auf Schmidts wissenschaftlichen und beruflichen Weg – einen Weg, der von Neugier, Exzellenz und Beharrlichkeit geprägt sei. Sie begann ihre Karriere bei der BAM im Jahr 2000 und übernahm dort schon früh Verantwortung, u.a. als stellvertretende Geschäftsführerin der europäischen EUROLAB-Geschäftsstelle während der EUROLAB‑Präsidentschaft des damaligen BAM‑Präsidenten Prof. Dr.-Ing. Horst Czichos. Im Rahmen ihrer mehrjährigen Abordnung zum Bundeswirtschaftsministerium war sie u.a. an Themen wie dem New Approach der EU und am deutschen Akkreditierungsgesetz beteiligt.
Nach ihrer Rückkehr zur BAM fokussierte sie sich auf den Gefahrgutbereich: 2011 wurde sie stellvertretende Leiterin des Fachbereichs „Gefahrgutverpackungen“. Die Preisträgerin erkannte frühzeitig die Bedeutung von Batterien als wichtiges Zukunftsthema, initiierte 2017 das Aktivitätsfeld Energiespeicherung und trieb auch eine neue Forschungsinfrastruktur voran. Die Forschung zum Verhalten von Batterien ist Grundlage, um Beförderungsbedingungen für neue, aber auch gebrauchte Batterien sowie deren weitere Verwendung bewerten zu können. Seit 2023 verantwortet sie den Fachbereich „Sicherheit von Gefahrgutverpackungen und Batterien“, einschließlich des BAM‑Zelltestzentrums, sowie das BAM‑Aktivitätsfeld „Gefährliche Stoffe“. Sie hat zudem den Vorsitz in den nationalen und internationalen Normungsgruppen zu „Gefahrgutverpackungen“ inne und leitet die Arbeitsgruppen „Verpackungen“ sowie „Lithiumbatterien und elektrische Speicher“ des Ständigen Ausschusses Gefahrgutbeförderung (AGGB) im BMV.
Ihre Expertise genießt weltweite Anerkennung
Diese Themen – Beförderung von Lithiumbatterien, Natrium-Ionen-Batterien und Hybridbatterien, großen Energiespeichern, beschädigten Batterien – werden von Schmidt auch international in den verschiedenen Gefahrgutgremien vertreten. Dazu arbeitet sie seit vielen Jahren in der Arbeitsgruppe des UN-Expertenunterausschusses zur gefahrenbasierten Klassifizierung von Lithiumbatterien und deren Laborgruppe mit. Schmidt ist auch Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe Testing & repair, die sich mit der Überarbeitung der Prüfvorschriften für Lithiumbatterien (38.3-Test) sowie dem Umgang mit reparierten und wiederaufbereiteten Batterien beschäftigt. Ihre Expertise genießt weltweite Anerkennung und geht somit unmittelbar in die Fortentwicklung der globalen Regelwerke ein.
Zu ihren Verdiensten zählt z.B. die BAM-Gefahrgutregel 024, welche das System der behördlichen Einzelgenehmigung in eine allgemein anwendbare Regel für die Beförderung kritisch-defekter Batterien überführt hat. Auch in der Arbeitsgruppe zur gefahrenbasierten Klassifizierung konnte sie wertvolle Überzeugungsarbeit leisten und als Vertreterin Deutschlands durchsetzen, dass wesentlich weniger UN-Nummern als die ursprünglich 100 vorgeschlagenen Einträge ausreichen, um die zukünftigen Gefahrenunterklassen zu berücksichtigen.
Schmidt ist auch immer bereit, sich mit allen Beteiligten fachlich auszutauschen und in Vorträgen die Grundlagen und die Hintergründe der Vorschriftenentwicklung und ihrer Forschungsarbeit zu erläutern. Staatssekretärin Stutz schloss ihrer Laudatio mit den Worten: „Ihre unermüdliche Energie und Ihre überragende Expertise machen Sie zur Impulsgeberin und Gestalterin. Sie bringen die Sicherheit von Gefahrgutbeförderungen mit außergewöhnlichem Engagement voran. Sie gestalten Teamarbeit beim Umgang mit gefährlichen Gütern. Sie meistern den Balanceakt zwischen Theorie, Praxis, Sicherheit und Praktikabilität, und Sie wirken ganz entscheidend mit an dem oft mühsamen Vorankommen im internationalen Kontext. Sie haben sich diese Anerkennung mehr als verdient. Ich gratuliere Ihnen herzlich zum Deutschen Gefahrgut-Preis 2026.“
Rund um Gefahrgut bestens bedient: Der Newsletter Gefahrgut bringt Sie wöchentlich auf den aktuellen Stand mit top-aktuellen Meldungen von gefahrgut.de. Tipps zu unseren Produkten und Veranstaltungen sowie hilfreiche Hintergrundinfos erhalten Sie monatlich in einer Spezial-Ausgabe. So bleiben Sie in Sachen Gefahrgut auf dem Laufenden!