Mehr gefährliche Abfälle

Die Menge gefährlicher Abfälle in Deutschland ist im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

(mk) In Deutschland sind im Jahr 2024 23,1 Mio. t gefährliche Abfälle angefallen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist die Menge gefährlicher Abfälle um 2,4 % oder 0,5 Mio. t gegenüber dem Jahr 2023 (22,5 Mio. t) gestiegen. Gefährliche Abfälle sind Abfallarten, die eine Bedrohung für Mensch und Umwelt darstellen können – beispielsweise brandfördernde, krebserzeugende oder reizende Abfälle. Für sie sind Begleitscheine zu führen und sie müssen speziellen Entsorgungswegen und -verfahren zugeführt werden, die eine sichere und umweltverträgliche Zerstörung der enthaltenen Schadstoffe gewährleisten.

Alle im Inland erzeugten gefährlichen Abfälle, die der sog. Begleitscheinpflicht unterliegen, sind laut Destatis in der Erhebung der gefährlichen Abfälle erfasst. Darunter fallen u.a. Verpackungen mit Verunreinigungen, blei-, nickel- oder cadmiumhaltige Batterien, Leuchtstoffröhren, chlorierte Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle. Abfälle aus privaten Haushalten bleiben außen vor, da sie von der Begleitscheinpflicht ausgenommen sind. Innerbetrieblich entsorgte Abfälle sowie von und nach Deutschland exportierte und importierte Abfälle werden in der Statistik ebenfalls nicht erfasst.

Untergliedert in Abfallarten machten Bau- und Abbruchabfälle den größten Anteil an der Gesamtmenge gefährlicher Abfälle aus (8,9 Mio. t, 38,8 %; 2023: 8,6 Mio. t, 38,4 %). Aus Abfallbehandlungsanlagen, öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen sowie aus der Aufbereitung von Wasser für den menschlichen Gebrauch und für industrielle Zwecke (darunter Kläranlagen und Wasserwerke) stammte die zweitgrößte Menge (7,2 Mio. t, 31,2 %; 2023: 7,0 Mio. t, 31,0 %).

Der Großteil der gefährlichen Abfälle wurde in zwei Wirtschaftsabschnitten erzeugt. Aus dem Abschnitt „Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen“ stammten 9,4 Mio. t oder 40,9 % der Abfälle (2023: 9,1 Mio. t, 40,3 %). Aus dem Wirtschaftsabschnitt „Verarbeitendes Gewerbe“, insbesondere aus Betrieben zur Herstellung von Maschinen, Metallerzeugnissen und chemischen Erzeugnissen, stammten 4,5 Mio. t oder 19,6 % der gefährlichen Abfälle (2023: 4,9 Mio. t, 21,5 %).

Aufgegliedert nach Primär- und Sekundärerzeugern gibt Destatis folgende Zahlen bekannt: Der Anteil der gefährlichen Abfälle im Jahr 2024 von Primärerzeugern – Abfälle, die im eigenen Betrieb erstmalig angefallen sind – lag bei 16,4 Mio. t oder 71,0 %. Gegenüber dem Jahr 2023 bedeutet dies eine Steigerung um 1,6 % oder 0,3 Mio. t. Von Sekundärerzeugern – erzeugte Abfallmengen aus Zwischenlagern oder von Abfallentsorgern, bei denen der Abfall nicht ursprünglich entstanden ist – stammten 6,7 Mio. t oder 29,0 %. Gegenüber dem Vorjahr ist die Menge um 4,3 % oder 0,3 Mio. t gestiegen.

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