Containersicherung bei starkem Seegang verbessern

Durch eine einheitliche Berechnungsmethode soll die Risikobewertung nachvollziehbarer gestaltet werden.

(os) Da bei schwerem Seegang enorme Kräfte auf Container an Bord von Hochseeschiffen wirken, soll künftig weltweit nach einer einheitlichen Methode berechnet werden, welchen Beschleunigungskräften die Transportboxen dabei ausgesetzt sind. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet, hat das Subcommittee on Carriage of Cargoes and Containers, ein wichtiges Gremium der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO, dafür jetzt den Weg geebnet. Der GDV setzt sich bereits seit Ende 2024 für ein solches Vorhaben ein.

„Wir brauchen international dieselbe Grundlage, wenn wir die Sicherung von Containern auf See verlässlich beurteilen wollen. Genau dafür haben wir uns bei der IMO eingesetzt. Dass dieser Ansatz jetzt weiterverfolgt wird, ist ein wichtiger Erfolg“, zeigt sich GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen erfreut.

Wenn ein Containerschiff bei schwerem Wetter rollt, stampft und sich auf und ab bewegt, müssen die Container an Bord so gesichert sein, dass sie an ihrem Platz bleiben. Dafür muss zunächst bekannt sein, welche Kräfte tatsächlich auftreten können. Bisher gibt es dafür bei Containerschiffen jedoch unterschiedliche Berechnungsansätze und technische Regelwerke.

Die einheitliche Berechnungsmethode soll in den internationalen IMO-Code für die sichere Stauung und Sicherung von Ladung (CSS Code) aufgenommen werden. Der Code enthält bereits grundlegende Vorgaben für die Ladungssicherung auf Schiffen. Für Stückgutschiffe gibt es darin seit 1995 eine einheitliche Methode zur Berechnung der auf die Ladung wirkenden Beschleunigungen. Eine vergleichbare Grundlage fehlt bislang für Containerschiffe. Hintergrund ist, dass Containerschiffe im Rumpf anders gebaut sind und die Lastverteilung im und auf dem Schiff eine andere ist, weswegen sich Containerschiffe anders bewegen als Stückgutschiffe.

Die Versicherungswirtschaft erhofft sich von der Neuerung eine vereinfachte Risikokalkulation, wie Asmussen erläutert: „Einheitliche Maßstäbe helfen Versicherern, Risiken besser zu vergleichen und Schadenfälle auch vor Gericht nachvollziehbarer zu bewerten.“ Der GDV hatte seinen Vorschlag für harmonisierte Beschleunigungsberechnungen gemeinsam mit internationalen Partnern vorangetrieben. Unterstützt wurde der Ansatz unter anderem von den Niederlanden, Deutschland, Dänemark, Finnland und den USA sowie von der International Union of Marine Insurance (IUMI) und dem World Shipping Council (WSC).

Eine Bestätigung der geplanten Neuerungen durch das übergeordnete Maritime Safety Committee steht noch aus. Es wird laut GDV damit gerechnet, dass dieses IMO-Gremium auf seiner Sitzung im Juni 2027 zustimmt.

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