Das DAC4EU-Konsortium und das BMV haben die Ergebnisse des Forschungsprojekts „DAK-Demonstrator" vorgestellt.
(mk) Am 2. Juni 2026 haben das DAC4EU-Konsortium und das Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Rahmen einer offiziellen Abschlussveranstaltung die Ergebnisse des Forschungsprojekts „DAK Demonstrator“ vorgestellt. Dabei wurden auf dem Gelände der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) in Lippstadt die im Projekt erprobten Digitalen Automatischen Kupplungen (DAK) im realen Betrieb präsentiert und mit Fachvertretern aus Industrie, Politik und der Bahnbranche diskutiert.
Bis heute werden Güterwagen in Deutschland und Europa überwiegend mit der klassischen Schraubenkupplung in einem Verfahren, das sich seit mehr als 100 Jahren kaum verändert hat, von Hand gekuppelt. Dieser Prozess ist nicht nur körperlich belastend und zeitaufwendig, er ist vor allem auch wenig wirtschaftlich: Neben hohen Kosten entstehen durch die manuelle Praxis längere Zugbildungszeiten, ein höherer Personalbedarf und ein Wettbewerbsnachteil der Schiene gegenüber dem Lkw-Verkehr.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erläuterte im Rahmen der Abschlussveranstaltung: „Unser Ziel ist es, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Digitalisierung und Automatisierung sind dafür eine wesentliche Voraussetzung. Die Digitale Automatische Kupplung ist hier eine Schlüsseltechnologie: Sie macht das Kuppeln sicherer, effizienter und eröffnet neue Möglichkeiten für mehr Leistung auf der Schiene. Mit dem DAK-Demonstrator haben wir gemeinsam mit der Branche gezeigt, welches Potenzial in dieser Technologie steckt – nun geht es darum, sie unter realen Bedingungen im Betrieb zu erproben und einen Roll-Out vorzubereiten.“
Das Projekt „DAK-Demonstrator“ wurde seit 2020 im Auftrag des BMV von dem Konsortium DAC4EU ausgeführt. Als beteiligte Partner sind neben dem Konsortionalführer Deutsche Bahn noch die DB Cargo, SBB Cargo, Rail Cargo Austria sowie Ermewa, GATX Rail Europe und VTG Rail Europe involviert. In dem Forschungsvorhaben wurden unterschiedliche DAK-Systeme in mehreren Phasen im europäischen Güterbahnverkehr getestet, weiterentwickelt und unter realen Bedingungen erprobt – vom Rangierbahnhof über internationale Streckenverkehre bis hin zum Einsatz auf Fährverbindungen.
Um die Weiterentwicklung der Kupplungssysteme zu begleiten, stellte der Bund insgesamt 30 Millionen Euro bereit. Die Testergebnisse belegen, dass die DAK ihre Eignung für den Schienengüterverkehr nachweisen konnte.
Auf der Abschlussveranstaltung in Lippstadt wurden die zentralen Ergebnisse der Erprobung präsentiert, zudem gab es einen Ausblick auf die nächsten Schritte hin zu einer europaweit einheitlichen Einführung der DAK. Neben Fachvorträgen und Diskussionsrunden sind hierfür etwa Vorführungen des Demonstrator-Zuges auf dem Werksgelände vorgesehen.
Mit dem Abschluss des Projekts sei laut BMV ein wichtiger Meilenstein für die Modernisierung des Schienengüterverkehrs erreicht worden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die weiteren europäischen und nationalen Programme zur Einführung der DAK einfließen.
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