Betrügerische Ladungsdiebstähle im Transportgewerbe nahmen im vergangenen Jahr zu. Deutsche Transportversicherer verzeichneten einen deutlichen Anstieg.
(mk) Im Transportgewerbe seien die Fälle betrügerischer Ladungsdiebstähle erneut angestiegen. Im vergangenen Jahr zählten deutsche Transportversicherer laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 171 Fälle sogenannter Phantomfrachtführer – und damit fast doppelt so viele wie 2024. Deutsche Transportversicherer schätzen, dass Täter mit der Masche inzwischen fast 180.000 Euro pro Fall erbeuteten. Der Schaden belaufe sich auf knapp 30 Millionen Euro im Jahr 2025.
Die Betrugsmasche mit manipulierten Kontaktdaten soll folgendermaßen funktionieren: Täter gründen Scheinfirmen, kapern Benutzerkonten auf Frachtenbörsen oder nutzen gestohlene Identitäten real existierender Transportunternehmen. Um Kontaktdaten zu manipulieren, um sich Aufträge zu erschleichen, reiche es häufig aus, Domain-Endungen wie „.de“ in „.com“ zu tauschen. Wenn der Auftrag erteilt sei, würden die Täter die Ware abholen und verschwinden. Am begehrtesten seien Metallwaren. Doch der GDV warnt: „Grundsätzlich ist keine Ladung sicher davor, betrügerisch entwendet zu werden.“ Die Schadenssumme habe sich von 2024 auf 2025 deutlich erhöht – von 130.000 Euro auf 180.000 Euro. Der Anstieg der durchschnittlichen Schadenssummen verdeutliche zwei Aspekte: die zunehmende Professionalität der Täter und die wachsenden Risiken für die Auftraggeberseite.
Ladungsdiebstahl sei längst kein Randphänomen mehr. Insgesamt belaufe sich die Zahl gestohlener Lkw-Ladungen in Deutschland laut Schätzungen mehrerer Wirtschaftsverbände unter Beteiligung des GDV auf 26.000. Statistisch heißt dies: alle 20 Minuten ein neuer Fall.
Verkehrshaftungsversicherer im GDV haben als Reaktion auf stark gestiegene Schäden durch Phantomfrachtführer ihre Musterbedingungen überarbeitet. Ziel sei es, Unternehmen besser vor Betrug und Ladungsdiebstahl zu schützen und gleichzeitig klarer zu regeln, welche Risiken versichert seien.
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