VCI Halbjahresbilanz 2020

Auch die chemisch-pharmazeutische Industrie kann sich dem Abwärtssog durch die Covid-19-Pandemie nicht entziehen – trotz zeitweise steigender Nachfrage nach Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Medikamenten und Seifen.

(ur) Nach einem robusten Jahresauftakt ist die chemisch-pharmazeutische Industrie im zweiten Quartal 2020 voll von der Corona-Krise erfasst worden. Deutschlands drittgrößte Industrie drosselte die Produktion wegen einer stark sinkenden Nachfrage kräftig. Der Umsatz ging sogar noch stärker zurück, weil die Preise für chemische Erzeugnisse zusätzlich nachgaben. Die Corona-Krise führte weltweit zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung und zu einem Auftragsmangel bei vielen Chemieunternehmen. Betroffen waren vor allem Zulieferer für die Automobil-, Metall- und Elektroindustrie. Hersteller von Desinfektionsmitteln, Medikamenten, Seifen und Reinigungsmitteln spürten dagegen eine Sonderkonjunktur. Dieser Effekt konnte die Rückgänge in anderen Sparten aber nicht ausgleichen, wie heute der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bei der Präsentation der Halbjahresbilanz 2020 bekannt gab.
Allerdings: „Unsere Unternehmen kamen trotz dieses Einbruchs deutlich besser durch die weltweite Krise als andere Branchen“, ordnet VCI-Präsident Christian Kullmann die Lage ein.

Grafik Produktion; Halbjahresbilanz VCI 2020


Die Produktion in der chemisch-pharmazeutischen Industrie war im ersten Halbjahr 2,5 Prozent geringer als ein Jahr zuvor. Für Chemie ohne Pharma liegt sie 3,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Umsatz ging um 6,1 Prozent auf 96 Milliarden Euro zurück.

Bei jedem vierten Unternehmen beeinträchtigt der Auftragsmangel weiterhin stark die Geschäftstätigkeit. Die Erwartungen hellen sich aber langsam wieder auf. Der VCI geht davon aus, dass die Branche im zweiten Quartal die Talsohle der Rezession durchschritten hat. Eine Mitgliederumfrage zeigt, dass Störungen des Betriebsablaufs zurückgehen, nur noch einzelne Unternehmen mit Liquiditätsengpässen kämpfen und sich die Nachfrage im In- und Ausland leicht belebt. Allerdings wird die Überwindung der Corona-Krise noch einige Zeit brauchen: Nur jedes zweite Unternehmen rechnet damit, das Vorkrisenniveau bis Ende 2021 wieder zu erreichen. Rund 20 Prozent gehen davon aus, dass sie ein weiteres Jahr dafür benötigen. 13 Prozent erwarten, dass sie den Rückgang noch später oder überhaupt nicht werden kompensieren können.

Prognose 2020:
Vor diesem Hintergrund rechnet der VCI für das Gesamtjahr mit einem Produktionsminus von 3 Prozent und einem Umsatzrückgang um 6 Prozent. „Wir sehen erste Anzeichen einer Erholung“, sagte Kullmann. „Wenn ein erneuter Shutdown verhindert werden kann, dürfte sich die Nachfrage nach Chemikalien und Pharmazeutika im zweiten Halbjahr stabilisieren.“

Trotz der schwierigen Geschäftslage gelingt es den Chemie- und Pharmaunternehmen bislang, das hohe Beschäftigungsniveau zu halten. Derzeit arbeiten unverändert rund 464.000 Frauen und Männer in der Chemie- und Pharmaindustrie. Freiwerdende Stellen werden derzeit allerdings häufig nicht neu besetzt. Infolge der Corona-Krise sind seit Frühjahr rund 15 Prozent der Beschäftigten – etwa 70.000 – in Kurzarbeit. Schwerpunkt der Überbrückungsmaßnahme sind bisher vor allem die Zulieferbetriebe der Automobilindustrie.

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