Schutzhandschuhe auswählen

Schutzhandschuhe können das Unfall- und Verletzungsrisiko minimieren. Der VTH gibt Hinweise, um das richtige Modell auszuwählen.

(mk) Welche Anforderungen müssen Schutzhandschuhe erfüllen? Der Verband Technischer Handel (VTH) hat verschiedene Punkte aufgegriffen, die bei der Auswahl geeigneter Schutzhandschuhe beachtet werden müssen. Beginnend mit dem gesetzlichen Ausgangspunkt verweist der Verband auf die Gefährdungsbeurteilung, bei der alle potenziellen Risiken am Arbeitsplatz systematisch zu erfassen sind. Diese Grundlage biete Unternehmen die Basis, sich im Technischen Handel beraten zu lassen und bei der Produktauswahl alle rechtlichen Vorgaben zu erfüllen.

Mit Blick auf die wichtigsten rechtlichen Vorgaben sei die Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen (PSA) grundlegend. Die konkreten technischen Kriterien, um diese Verordnung zu erfüllen, werden mit der Norm DIN EN ISO 21420 „Schutzhandschuhe – Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren“ (ehemals EN 420) geregelt. Mit dieser werden allgemeine Anforderungen an Schutzhandschuhe, beispielsweise die Unbedenklichkeit der Materialien, ergonomische Eigenschaften und Kennzeichnung, vorgegeben. Je nach Einsatzzweck müssen zusätzliche Normen beachtet werden: DIN EN 388 gegen mechanische Risiken, DIN EN ISO 374 für Chemikalienschutz, DIN EN 407 für Hitzeschutz oder DIN EN 12477 für Schweißerhandschuhe.

Damit ein Handschuh geeignet sei, müsse er gesetzlich geregelte Schutzanforderungen erfüllen. Primär ausschlaggebend seien in dieser Hinsicht die Materialeigenschaften. Bei der Materialauswahl müssen nach Angaben des Verbandes folgende Aspekte beachtet werden: die Passform, die Griffigkeit, der Tragekomfort oder die Beständigkeit gegen z.B. Kälte, Hitze, Abrieb sowie andere physikalische und chemische Belastungen. Wenn die Anforderung, Touch-Displays zu bedienen, gestellt wird, müssen die Handschuhe sog. kapazitive Eigenschaften aufweisen, also ausreichend leitfähig sein.

Um zu prüfen, ob Handschuhe ihre Schutzfunktion erfüllen, testen Hersteller ihre Produkte. Der Griptest sei eine Probe, nach welcher die Qualität von Schutzhandschuhen bewertet werde. Die Griffigkeit sei beispielsweise entscheidend, wenn in einem Labor gefährliche Chemikalien oder infektiöse Proben transportiert werden. Eine gute Griffigkeit eines Laborschutzhandschuhs könne ein versehentliches Herabfallen und die damit verbundene Kontamination oder Verletzung verhindern. Die Abriebprüfung sei eine weitere Probe, der Schutzhandschuhe unterzogen werden. Mit dem Test werde die Resilienz von Materialien gegenüber Verschleiß und mechanischer Beanspruchung gemessen. Reibung an rauen Oberflächen erzeuge Mikrorisse oder Löcher, die zu einer Kontaminationsgefahr durch gefährliche Chemikalien oder Infektionserreger führen können. Auch ohne sichtbare Beschädigungen sei es unerlässlich, die Chemikalienpermeation zu testen. Der VTH gibt an, dass Handschuhe auf molekularer Ebene von Gefahrstoffen durchdrungen werden können, ohne dass Löcher entstehen oder das Material äußerlich sichtbar beschädigt wird.

Auf die Anforderungen und Funktionen, die Chemikalienschutzhandschuhe erfüllen sollten, geht der Verband gesondert ein. Chemikalienhandschuhe, die vor gesundheitsgefährdenden Chemikalien und Mikroorganismen schützen, werden nach der Norm DIN EN ISO 374 klassifiziert. Je nach Schutzklasse (Typ A, B oder C) müssen sie gegenüber einer unterschiedlichen Anzahl genormter Prüfchemikalien definierte Permeationszeiten erreichen. Level 2 bedeutet, dass das Handschuhmaterial der jeweiligen Chemikalie mindestens 30 Minuten standhält, bis es auf molekularer Ebene durchdrungen wird und ein Hautkontakt stattfindet. Die Schutzwirkung gegenüber Mikroorganismen wird gesondert geprüft und gekennzeichnet.

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