Anlagensicherheitsreport 2026

Der TÜV-Verband hat seine Statistiken zu den Prüfungen überwachungsbedürftiger Anlagen im vergangenen Jahr vorgestellt.

(mk) Trotz eines hohen Sicherheitsniveaus der überwachungsbedürftigen Anlagen in Deutschland weist mehr als jede zweite Tankstelle technische Mängel auf, wie aus Zahlen des Anlagensicherheitsreports 2026 vom TÜV-Verband hervorgeht. Dies kann gravierende Folgen haben, wie ein Vorfall aus Italien zeigt. Im Juli 2025 wurden 45 Menschen nach einer Explosion auf einer Tankstelle in Rom zum Teil schwer verletzt. Möglicherweise hatte sich ausgetretenes Flüssiggas (LPG) während eines Umfüllvorgangs entzündet. Ob ein technischer Defekt oder menschliches Fehlverhalten ausschlaggebend für die Explosion war, steht im Fokus der Ermittlungen.

Der TÜV-Verband hat Anfang März den Anlagensicherheitsreport mit Zahlen aus dem Jahr 2025 veröffentlicht. In diesem sind Aufzugs-, Druck- und Ex-Anlagen aufgeführt. Unter Ex-Anlagen fallen Lageranlagen, Tankstellen, Füll- und Entleerstellen sowie sonstige Ex-Anlagen. An Tankstellen treffen brennbare Stoffe auf Laien. Austretende Dämpfe oder Gase können sich entzünden, wenn sie auf offene Flammen oder Zündquellen treffen. „An Hochrisikoanlagen wie Tankstellen darf Sicherheit nicht vom perfekten Verhalten der Menschen abhängen“, so Boris Göppert, technischer Leiter der zugelassenen Überwachungsstelle für Explosionsschutz bei TÜV Nord. Deshalb brauche es ein garantiertes Sicherheitsniveau.

Bei 44,5 % der im Jahr 2025 insgesamt 5.324 überprüften Tankstellen war nichts zu beanstanden, 36,7 % wiesen geringfügige Mängel auf. Bei 18,8 % stellte der TÜV erhebliche Mängel fest. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil an Tankstellen mit geringfügigen Mängeln um 0,5 Prozentpunkte gestiegen und der Anteil an Tankstellen mit erheblichen Mängeln um 2,2 Prozentpunkte gesunken.

Zu den geringfügigen Mängeln zählen fehlende Gerätekennzeichnungen oder Dokumentationen. Im Falle von verschlissenen Zapfschläuchen, Rissen in versiegelten Bodenflächen oder defekten Elektroleitungen wird von erheblichen Mängeln gesprochen. Tankstellenbetreiber müssen erhebliche Mängel unverzüglich, spätestens innerhalb eines Jahres, beheben.

Druckbehälter, darunter fallen einfache Druckbehälter, Druckspeicher, stationäre Gastanks, Autoklaven und Wärmetauscher, werden ebenfalls gewartet und geprüft. Im vergangenen Jahr waren es 301.606 Behälter. Davon wiesen 82,6 % keine Mängel auf (2024: 82,4 %), 12,5 % der Anlagen bescheinigte der TÜV geringfügige Mängel und 4,9 % hatten erhebliche Mängel. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Anteil an Druckbehälteranlagen mit geringfügigen Mängeln um 0,6 Prozentpunkte, der Anteil an Behältern mit erheblichen Mängeln stieg um 0,5 Prozentpunkte an. Es wurden keine Druckbehälteranlagen mit gefährlichen Mängeln festgestellt (2024: 0,1 %).

Zudem wurden im vergangenen Jahr 1.003 Lageranlagen geprüft, von denen 37,9 % mängelfrei waren (2024: 33,2 %). 38,5 % der Lageranlagen wiesen geringfügige Mängel auf (2024: 46,5 %) und 22,6 % erhebliche Mängel (2024: 20,2 %). Der Anteil von Anlagen mit gefährlichen Mängeln nahm im Vergleich von 2024 und 2025 von 0,1 % auf 1,0 % zu.

Insgesamt habe sich das Sicherheitssystem für den Schutz von Beschäftigten und Nutzern bewährt. „Das Sicherheitsniveau der Anlagen in Deutschland ist hoch“, so Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Herausforderungen erkennt Bühler in Bezug auf die Resilienz technischer Infrastruktur. „Die Gefahr von Cyberangriffen auf die zunehmend digital vernetzten Anlagen ist sehr real.“

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