Batterien: ZVEI warnt vor wachsender Abhängigkeit

Die Produktion von Batterien in Deutschland war im vergangenen Jahr so hoch wie nie zuvor. Gleichzeitig sieht der Verband die Resilienz des Batteriestandorts Europa gefährdet.

(mk) Der deutsche Batteriemarkt (Produktion + Import - Export) wächst wieder. Dies teilte der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) am 16. Juni 2026 in einem Pressegespräch mit. Er sei im Jahr 2025 auf ein Volumen von 22,4 Mrd. Euro gestiegen und habe damit fast das Niveau des bisherigen Rekordjahres 2023 (24,3 Mrd. Euro) erreicht. Gegenüber dem Jahr 2024 bedeute der Anstieg im Jahr 2025 ein Wachstum von rund 9 Prozent.

Zwei Bereiche sollen u.a. für den Anstieg verantwortlich sein: die Elektromobilität und der Speichermarkt. Insbesondere Lithium-Ionen-Batterien seien hierzulande vermehrt produziert worden: Der ZVEI beziffert die Steigerung dieses Produktionssegments 2025 im Vergleich zum Vorjahr mit 28 Prozent, auf 4,6 Mrd. Euro. Über alle Batteriechemikalien hinweg erreichte die Produktion nach einer Talsohle im Jahr 2024 ein neues Allzeithoch von 8,1 Mrd. Euro (+11 Prozent).

Auch wenn die deutsche Batterieproduktion einen Anstieg verzeichnete, sieht der ZVEI die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Batteriestandorts Europa gefährdet. Der Hauptlieferant von Batterien nach Deutschland im Jahr 2025 sei China mit einem Importvolumen von rund 11 Mrd. Euro gewesen – ein Anstieg um ein Viertel verglichen mit 2024, Tendenz steigend. Importe aus anderen europäischen Ländern seien im Jahr 2025 verglichen mit dem Vorjahr um 11 Prozent gesunken. Insgesamt habe Deutschland 2025 Batterien im Wert von rund 22 Mrd. Euro importiert (+4 Prozent). Demgegenüber stehe ein Exportvolumen von Batterien in Höhe von 7,8 Mrd. Euro (-2,5 Prozent).

Bei Bleibatterien sei Europa laut ZVEI resilient aufgestellt, doch vor allem bei Lithium-Ionen-Batterien bestehe eine hohe Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten. Der Verband unterstütze deshalb das Ziel des europäischen Net Zero Industry Act: Bis 2030 sollen demnach mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an Batteriezellen aus eigener Produktion gedeckt werden.

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