„Waldhof“-Klage abgewiesen
Die Reederei des 2011 auf dem Rhein havarierten Binnentankschiffs „Waldhof“ hatte gegen die Schiffsführer und Schiffseigner eines entgegenkommenden Containerbinnenschiffs auf Schadenersatz geklagt.
(mih) Nach der Havarie des Binnentankschiffs „Waldhof“ am 13. Januar 2011 auf dem Mittelrhein hatte die Reederei gegen die Schiffsführer und Schiffseigner eines entgegenkommenden Containerbinnenschiffs auf Schadenersatz geklagt. Das Rheinschifffahrtsgericht beim Amtsgericht St. Goar hat die Klage nun als unbegründet abgewiesen.
Der Entscheidung liegen im Wesentlichen folgende Erwägungen des Gerichts zugrunde:
- Ursächlich für die Havarie war nicht die Begegnung mit dem entgegenkommenden Containerschiff, sondern die fehlende Schwimmstabilität der „Waldhof“ und der Umstand, dass im Bereich der Unfallstelle eine Sogwirkung im Wasser vorlag, welche der „Waldhof“ die letzten aufrichtenden Kräfte nahm.
- Nach dem zum Unfallzeitpunkt geltenden Recht war eine Begegnung von zwei Schiffen im Bereich der Kurve vor der Unfallstelle (Betteck) erlaubt.
- Die Schiffsführung der „Waldhof“ hätte mit der festgestellten Instabilität die Fahrt durch das Gebirge erst gar nicht antreten dürfen.
- Die Schiffsführung der „Waldhof“ hat das entgegenkommende Schiff auch nicht über Funk gewarnt, so dass die Schiffsführung des Bergfahrers über die Gefährlichkeit der Begegnung nicht informiert war.

